Herbert List (1903-1974)

Das photographische Werk von Herbert List gehört zum klassischen Kanon in der Bildergeschichte des 20. Jahrhunderts. Ausgestattet mit einer lyrisch-magischen Sinnlichkeit fotografierte er Ruinen Landschaften und männliche Torsi.

Herbert List wird 1903 in Hamburg geboren. Nach einer Lehre als Handelskaufmann, während der List einen Großteil seiner Zeit an der Heidelberger Universität in kunsthistorischen Seminaren  verbringt, tritt er 1924 in die väterliche Kaffeeimportfirma List & Heineken ein.

Auf Reisen in Südamerika und an der amerikanischen Westküste im Dienste der Firma in den Jahren bis 1928 macht List als Autodidakt erste photographische Aufnahmen.  Als Teil einer jungen Avantgarde-Gruppe um Andreas Feininger, der den jungen Autodidakten fördert und unterrichtet, wird List bald zum passionierten Photographen.

 

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Und obwohl er nach dem Tod seines Vaters im Jahre 1931 an die Importfirma gebunden bleibt, verfolgt List seine Photographie mit großer Leidenschaft weiter.

Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges reist er regelmäßig zwischen Paris, London und Griechenland hin und her. Um der deutschen Besetzung zu entgehen, entschließt sich List, in Griechenland zu bleiben, von wo aus er weiter für Vogue, Harper’s Bazaar und LIFE tätig ist.
Aufgrund der Besetzung Griechenlands durch die Deutschen ist er erneut gezwungen, seine Lager abzubrechen; er kehrt nach Deutschland zurück und lässt sich in München nieder. Seine Versuche, als freischaffender Photograph Arbeit zu bekommen, scheitern jedoch. Bei Kriegsende, das er als Soldat in Norwegen erlebte, kehrt List nach München zurück. Dort dokumentiert er das vom Krieg zerstörte München.

1948 wird er künstlerischer Leiter von HEUTE, eines von den Besatzungsmächten herausgegebenen Magazins. In den 1950er-Jahren bis 1962 unternimmt Herbert List zahlreiche Reisen um den Globus und veröffentlicht Photos und Essays in Harper’s Bazaar, LIFE, Picture Post u.v.a.

Zwar reiste er in den 60er-Jahren noch mehrfach nach Italien, Frankreich und Mexiko, jedoch gab er das Photographieren zugunsten seiner Sammlung italienischer Handzeichnungen aus dem 17. und 18. Jahrhundert auf.

 

Biographie

1903 in Hamburg geboren

1921-1926 als Kaufmann im väterlichen Kaffeegeschäft in Hamburg tätig

1923/24 Wirtschaftsstudium in Hamburg

1926-1928 Reisen in Südamerika und in den Vereinigten Staaten

um 1930 erste Photographien; lernt die Grundlagen der Photographie von Andreas Feininger

1936 Emigration nach Paris; Bekanntschaft mit Avantgardekünstlern und Literaten

1936-1941 lebt in London, Paris und Athen; Modephotos für bekannte Magazine (»Vogue«, »Harper’s Bazaar«, »Life«); symbolistische und surrealistische Photographien

1941 nach dem Einmarsch der Deutschen in Griechenland Rückkehr nach Deutschland

1944/45 Einberufung zur Wehrmacht; als Kartenzeichner in Norwegen eingesetzt

1945 Rückkehr nach München; Photoserien über die zerstörten Münchner Kulturstätten

1945-1960 arbeitet er hauptsächlich für die Zeitschrift »DU«; Künstlerporträts

1946 Herausgeber der Zeitschrift »Heute« in München

1953 erscheint der Bildband »Licht über Hellas« mit seinen Ende der 30er Jahre entstandenen Griechenlandphotos

Nach 1960 konzentriert er sich im Wesentlichen auf das Sammeln italienischer Graphik des 16. bis 18. Jahrhunderts

1975 in München gestorbe