George Hurrell

 

(1904 Covington, Kenntucky - 1992)

 

George Hurrell studierte zunächst Malerei ohne große Ambitionen für die Photographie zu hegen. Jedoch war ihm das Photographieren vertraut, da er seine Vorlagen, als auch Abbildungen seiner Gemälde photographierte. Nachdem er 1925 ins kalifornische Laguna Beach umgezogen war, musste er feststellen, dass Photographieren eine sicherere Einnahmequelle darstellte als die Malerei. In den späten 1920er Jahren war der Schauspieler Ramon Navarro von Hurrells Photographien sehr beeindruckt und zeigte er diese der Schauspielerin Norma Shearer, die gegenüber Photographen sehr zurückhaltend war.

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© Hurrell

Dank Shearers Aufnahmen, die sie in bis dahin noch ungesehenen und gewagteren Posen zeigten, erhielt Hurrell 1930 einen Vertrag mit dem MGM Filmstudio. Hurrell war nun Leiter für die Portraitphotographie bei MGM und erlangte den Ruhm des „Grand Seigneur of the Hollywood Portrait“. Jeden Star von MGM hatte Hurrell vor der Linse, denn seine beeindruckenden Portraits waren für das Marketing der Stars von großer Wichtigkeit: Myrna Loy, Robert Montgomery, Jean Harlow, Joan Crawford, Clark Gable, Rosalind Russell.

Nach Uneinstimmigkeiten mit der Presseabteilung verließ Hurrell MGM und eröffnete 1932 ein eigenes Photostudio am Sunset Boulevard, das er 1938, der Arbeit bei Filmstudios zuliebe, wieder aufgab. In den frühen 1940er Jahren bezog Hurrell ein Photostudio bei Warner Bros. Dort photographierte er u.a. Bette Davis, Ann Sheridan, Errol Flynn, Olivia de Havilland, Alexis Smith, Maxine Fife, Humphrey Bogart und James Cagney. In den späten 1940er Jahren zog er weiter zu Columbia Pictures, wo seine Photos die Karriere und Image von Rita Hayworth maßgeblich steuerten und förderten. Wegen Filmarbeiten für die First Motion Picture Unit of the United States Army Air Forces verließ Hurrell für einige Jahre Hollywood. Doch als er 1952 zurück nach Hollywood kam, verlor man an seinem besonderen Stil für Glamour das Interesse. Während Hurrell sich um eine idealisierte Darstellung des Portraitierten bemühte, wurden nun realistische Abbildungen bevorzugt.

Hurrell ging nach New York, wo er für Modezeitschriften arbeitet und Werbephotographien besorgte. 1960 kehrte Hurrell zurück nach Hollywood und arbeitet nun in Filmteams. 1965 brachte eine große retrospektive Ausstellung im MOMA Hurrell wieder verstärkt ins Gespräch. 1976 zog er sich offiziell in den Ruhestand zurück, doch photographierte er noch einige Stars, die ihn an den Glamour der 50er Jahre erinnerten, wie Sharon Stone oder Brooke Shields.

Hurrell verstarb 1992 kurz nach den Dreharbeiten zu einem Dokumentarfilm über sein Leben.