Feininger Andreas (1906 – 1999)

Andreas Feininger, der Sohn des bekannten Malers Lyonel Feininger, studierte von 1922-25 am Staatlichen Bauhaus in Weimar Architektur und machte eine Ausbildung zum Kunsttischler. Bereits während seines Architekturstudiums, das er 1928 an der Staatlichen Bauschule in Zerst absolvierte, machte Andreas Feininger in den 20er Jahren erste Architekturphotographien, die er für sein „Mechanischen Skizzenbuch“ anfertigte.

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Andreas Feininger

Nach seinem Abschluss war er zunächst als Architekt in Dessau und Hamburg tätig, verließ aber 1932 Deutschland, um in Paris Mitarbeiter Le Corbusiers zu werden. In dieser Zeit wendete er sich zunehmend der Photographie zu. 1933 emigrierte er mit seiner schwedischen Frau nach Stockholm, wo er 1934 ein eigenes Photoatelier eröffnete und sich endgültig auf Architektur- und Industrieaufnahmen spezialisierte. 1939 folge Feininger seinen Eltern in die Vereinigten Staaten und machte mit 33 Jahren durch seine faszinierenden Aufnahmen der Stadt New York auf sich aufmerksam.

Mittlerweile setzen seine Architekturaufnahmen Maßstäbe in der „Skyscraper-Photography.“ Die Stadt behandelte er hierbei als lebendig dynamischen Organismus, den er mit den Gebäuden, Straßenbildern und Menschengruppen abbildet. Neben der Stadt New York, wurden Nahaufnahmen der Natur wie Muscheln, Steine oder Pflanzen, zu seinem bevorzugten Thema. Als Ingenieur faszinierten ihn besonders die filigranen Konstruktionen und erstaunliche Details der Pflanzen, Steine, Insekten und Tierknochen.

Es folgten photographische Eindrücke aus unterschiedlichen Regionen Amerikas, wie z.B. der legendären ”Route 66” (1953). Von 1943–62 arbeitete Andreas Feininger als ’staff‘ Photographer im Auftrag für das Life Magazin. Es entstanden dokumentaktive Photographien zu derzeit aktuellen Themen.

Klarheit im formalen Aufbau und in der inhaltlichen Aussage sind die Grundprinzipien von Feiningers photographischen Schaffen. Dank seiner technischen Perfektion und seiner architekturalen Sichtweise schafft Feininger eine neue ästhetische Ordnung der Photographie.

In seinen Aufnahmen bilden vor allem die Vertikalen und Horizontalen, die Schwarzweiß- und Grauabstufungen der Architekturaufnahmen ein Muster, das Distanz zum eigentlich Abgebildeten aufbaut. Als Photograph und Schriftsteller gab er über 30 Bücher heraus.

 

LITERATUR

  • 2010: Andreas Feininger. Ein Fotografenleben. 1906–1999. Hatje Cantz Verlag, Ostfildern
  • 2004: Andreas Feininger, That’s Photography. Hatje Cantz Verlag, Ostfildern
  • 2001: New York in the Forties. Neuauflage: Weingarten
  • 1995: Das ist Fotografie. Verlag Photographie, Gilching
  • 1980: Feininger’s Hamburg. Die Hansestadt zu Beginn der 30er Jahre. Econ, Düsseldorf/Wien
  • 1980: Feininger’s Chicago, 1941. Dover Publications, New York.
  • 1968: Trees. Viking Press, New York.
  • 1963: Die Welt neu gesehen. ECON, Düsseldorf und Wien.

Sachbücher

 

  • Andreas Feiningers Große Fotolehre. Neuauflage Heyne Verlag, München 2001
  • Licht und Beleuchtung in der Fotografie. Econ, Düsseldorf 1980
  • Richtig sehen – besser fotografieren. Econ, Düsseldorf 1977.
  • Feiningers Kompositionskurs der Fotografie. Econ, Wien 1974
  • Feiningers Farbfotokurs. Econ, Düsseldorf/Wien 1972. Neuauflage: Heyne, München 1981
  • Farb-Fotolehre. Econ, Düsseldorf/Wien 1969.
  • Die neue Foto-Lehre. Econ, Düsseldorf/Wien 1965.
  • Die hohe Schule der Fotografie. Econ, Düsseldorf/Wien 1961.
  • Das Buch der Farbfotografie. Econ Düsseldorf/Wien 1959.
  • Der Schlüssel zur Fotografie von heute. Econ Düsseldorf/Wien 1958.
  • Fotografische Gestaltung. Heering, Harzburg, 1937.

(HW)