Eisenstaedt Alfred (1898 – 1995)

Der amerikanische Photograph deutscher Herkunft erlernte die Photographie weitgehend autodidaktisch. Zwar bekam er bereits im Alter von 13 Jahren seine erste Kamera, eine Eastman Faltenbalg Nr.3, geschenkt. Jedoch verzögerten der Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg und die anschließende Tätigkeit im Kurzwarenhandel seines Vaters die Karriere als Photograph bis ins Jahr 1925. Ab diesem Zeitpunkt wendete er sich ausschließlich dem Photojournalismus zu – mit einigem Erfolg: bald darauf photographierte er sowohl für verschiedene deutsche Zeitungen als auch für die Pacific-and-Atlantic Picture Agency sowie für Associated Press. Nach seiner Emigration in die USA 1936 stellte ihn das neu gegründete Magazin LIFE als einer ihrer ersten Bildjournalisten ein. Für LIFE war er bis zu seinem Tod tätig, unterhielt dort ein eigenes Büro und illustrierte mehr als 2500 Bildberichte.

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Weithin bekannt wurde Alfred Eisenstaedt durch seine Porträtaufnahmen von Künstlern, Filmstars und Staatsmännern. Er porträtierte die bedeutendsten Köpfe des 20. Jahrhunderts, darunter Albert Einstein, Thomas Mann, George Bernard Shaw u.v.a. wie auch so unterschiedliche Persönlichkeiten wie John F. Kennedy, Winston Churchill, Marilyn Monroe oder Marlene Dietrich. Darüber hinaus stellte er in umfangreichen Studien die amerikanische und ab 1952 auch die Londoner Oberschicht dar.

Zu seinem Markenzeichen wurden Schnappschüsse, die er seit 1929 mit einer 35-Millimeter-Leica aufnahm und denen er durch seinen virtuosen und zielsicheren Umgang mit dieser Kamera eine intime Atmosphäre zu verleihen schaffte. Dieser unmittelbar wirkende Augenzeugen-Stil, der seinen Dokumentarphotos innewohnte, prägte nicht nur das Erscheinungsbild des LIFE-Magazines, sondern auch den amerikanischen Photojournalismus des 20. Jahrhunderts.

Alfred Eisenstaedts Werk wurde während der letzten 50 Jahre in zahlreichen Einzelausstellungen, die erste 1954 im George Eastman House, Rochester/New York, und mit unzähligen Preisen wie dem Lifetime Achievement Award im Jahre 1978 gewürdigt. Mit dem vom LIFE-Magazin 1997 gestifteten und nach Eisenstaedt benannten “Alfred Eisenstaedt Award of Magazine Photography” setzte das Magazin seinem Bildjournalist der ersten Stunde ein weiteres Denkmal.

 

Literatur:

  • Alfred Eisenstaedt: Eisenstaedt über Eisenstaedt – 1985
  • L. F. Gruber (Hrsg.): Große Photographen unseres Jahrhunderts, Darmstadt 1964, S. 80 ff.

(HW)